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Theodor Fritsch
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Emil Theodor Fritsch (* 28. Oktober 1852 in Wiesenena, Kreis Delitzsch; â 8. September 1933 in Gautzsch, Amtshauptmannschaft Leipzig) war ein deutscher völkisch-antisemitischer Publizist, Verleger und Politiker (DSP, DVFP).
Er schrieb und verlegte zahlreiche antisemitische Schriften, darunter der Antisemiten-Katechismus bzw. das Handbuch der Judenfrage, und war Herausgeber der Zeitschrift Der Hammer. Daneben hatte er eine treibende Rolle bei der Gartenstadt-Bewegung der Jahrhundertwende um 1900. Fritsch war GrĂŒnder des Reichshammerbundes und des Germanenordens, spĂ€ter MitbegrĂŒnder des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes. Von Mai bis Dezember 1924 war er Mitglied des Reichstages fĂŒr die NSFP. Er gilt als ein geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus und wurde von dessen Vertretern als âAltmeister der Bewegungâ angesehen. Fritsch schrieb auch unter den Pseudonymen Thomas Frey, Fritz Thor und Ferdinand Roderich-Stoltheim.cite-ref-1[1]
Contents
âą Leben
âą Hammer-Verlag
âą Tod und Ehrung
âą Nietzsche
âą Publikationen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Theodor Fritsch wurde als Emil Theodor Fritsche im Dorf Wiesenena (heute Ortsteil von Wiedemar) in der preuĂischen Provinz Sachsen geboren. Wann er seinen Namen in âFritschâ geĂ€ndert hat, ist nicht eindeutig geklĂ€rt. Seine Eltern waren der Bauer Johann Friedrich Fritsche und Auguste Wilhelmine, geborene Ohme. Er war das sechste von sieben Kindern. Vier seiner Geschwister starben im Kindesalter. Nach dem Besuch der Realschule in Delitzsch lernte er GieĂer und Maschinenbauer. Danach nahm er ein technisches Studium an der Berliner Gewerbeakademie auf, das er 1875 als Techniker abschloss. Im gleichen Jahr trat er in eine Berliner Maschinenfabrik ein und machte sich 1879 durch GrĂŒndung eines mĂŒhlentechnischen BĂŒros, das mit einer Verlagsanstalt verbunden war, selbststĂ€ndig.
Als Fachzeitschrift und Interessenvertretung fĂŒr KleinmĂŒller gab Fritsch ab 1880 das Kleine MĂŒhlen-Journal heraus, dessen Redakteur er zugleich war und das er spĂ€ter in Der Deutsche MĂŒller umbenannte. Der Vertrieb dieses Blattes bildete in der Folgezeit seine finanzielle Grundlage.cite-ref-2[2] Mit der Schrift Leuchtkugeln. Altdeutsch-Antisemitische KernsprĂŒche, die er 1881 unter dem Pseudonym Thomas Frey veröffentlichte, begann Fritsch eine lange Reihe judenfeindlicher Pamphlete. Im September 1882 nahm er neben Adolf Stöcker, Max Liebermann von Sonnenberg, Ernst Henrici, dem Textilfabrikanten Alexander Pinkert, dem Chemnitzer Verleger Ernst Schmeitzner und 200 weiteren Teilnehmern am âErsten Internationalen AntijĂŒdischen KongreĂâ in Dresden teil. Zwei Jahre spĂ€ter grĂŒndete er den Leipziger Reform-Verein.cite-ref-lemo-3-0[3]
Mit der Antisemitischen Correspondenz schuf Fritsch 1885 eine Art Diskussionsforum fĂŒr Antisemiten verschiedener politischer Richtungen.cite-ref-4[4] 1894 gab Fritsch die Redaktion der Zeitschrift an Max Liebermann von Sonnenberg ab, der sie unter dem Namen Deutsch-soziale BlĂ€tter zum Organ seiner Deutschsozialen Partei machte. 1898 grĂŒndete Fritsch den âDeutschen MĂŒllerbundâ und die âMittelstandsvereinigung im Königreiche Sachsenâ. Er widmete sich der Artikulation und Organisation der Interessen von Handwerk und Mittelstand, aber auch der Verbreitung antisemitischer Propagandaschriften.
Fritsch heiratete 1893 Paula Zilling aus Solingen, mit der er vier Kinder hatte.cite-ref-lemo-3-1[3] Sein gleichnamiger Sohn (1895â1946) war ebenfalls BuchhĂ€ndler und ĂŒbernahm nach dem Tod des Vaters dessen Verlag. Er war Ortsgruppenleiter der Leipziger NSDAP, ab 1928 SA-Mitglied und wirkte in der Zeit des Nationalsozialismus im Aktionsausschuss des Börsenvereins Deutscher BuchhĂ€ndler sowie im PrĂ€sidialrat der Reichsschrifttumskammer.cite-ref-5[5]
Antisemiten-Katechismus und Handbuch der Judenfrage
Fritschs Antisemiten-Catechismus erschien erstmals 1887 im Verlag von Hermann Beyer â zunĂ€chst unter dem Pseudonym Thomas Frey, erst ab der 10. Auflage verwendete Fritsch seinen wirklichen Namen. Das Buch besteht aus mehreren Teilen, die einen hohen Gebrauchswert fĂŒr Antisemiten haben sollten. So finden sich etwa eine antisemitische Zitate-, Literatur- und Argumentsammlung, antisemitische Forderungen und Statistiken (z. B. Anteile von Juden an bestimmten Bevölkerungsgruppen), Angaben ĂŒber die GröĂe der jĂŒdischen Gemeinden einzelner StĂ€dte, umstrittene AuszĂŒge aus dem Talmud. Enthalten sind auch das Parteiprogramm der antisemitischen Deutschsozialen Partei und Listen antisemitischer Buchhandlungen, Verlage und Zeitschriften sowie âjudenfreierâ GeschĂ€fte (âVerzeichnis empfehlenswerter deutscher Firmenâ) z. B. fĂŒr den Bezug von Apfelwein oder Olivenöl. Unter den empfohlenen Tageszeitungen finden sich nicht nur ParteiblĂ€tter der Antisemiten, sondern auch zahlreiche â besonders katholische â Regionalzeitungen des deutschsprachigen Raumes, die aufgrund ihres Antisemitismus ausgewĂ€hlt wurden. Die antisemitische Polemik geht dabei nahtlos in die offene und ausdrĂŒckliche BekĂ€mpfung des Christentums und besonders des Katholizismus (âin seiner Substanz jĂŒdischâ) ĂŒber.
Die Staatsanwaltschaft Leipzig lieĂ den Antisemiten-Katechismus 1888 wegen VerlĂ€sterung jĂŒdischer Religionsbegriffe beschlagnahmen. Im anschlieĂenden Prozess wurde Fritsch zu einer Woche Haft verurteilt. Einige besonders radikale Textstellen musste er streichen, im Folgejahr erschien die gekĂŒrzte Fassung unter dem Titel Thatsachen zur Judenfrage (Das ABC der Antisemiten). Eine aktualisierte und erweiterte Fassung gab Fritsch unter dem Titel Handbuch der Judenfrage ab 1907 heraus.cite-ref-lemo-3-2[3]
Das Buch erlebte bis 1945 insgesamt 49 Auflagen, in denen auch neuere Ereignisse in Fritschs antisemitisches Deutungsmuster integriert wurden. So behauptete er nach dem Ersten Weltkrieg, PreuĂen-Deutschland habe seinen Wohlstand durch ehrliche Arbeit erwirtschaftet. Dadurch sei es ein Hindernis fĂŒr die WeltherrschaftsplĂ€ne des internationalen Judentums gewesen, das es daher durch die Niederlage im Krieg und die Novemberrevolution unterworfen habe. Diese Verschwörungstheorie wurde 1924 von Adolf Hitler in seiner Programmschrift Mein Kampf ĂŒbernommen.cite-ref-6[6] Die Schriftleitung ĂŒbergab Theodor Fritsch spĂ€ter an Ludwig Franz Gengler.cite-ref-7[7] Fritschs Handbuch der Judenfrage bildet eine Fundgrube fĂŒr Nationalsozialisten, Neonazis und Revisionisten.cite-ref-8[8]
Hammer-Verlag
Fritsch grĂŒndete 1902 den Hammer-Verlag mit Sitz in der damaligen KönigstraĂe (heute GoldschmidtstraĂe) im Graphischen Viertel von Leipzig.cite-ref-9[9] Dort erschienen neben der Zeitschrift Der Hammer â BlĂ€tter fĂŒr deutschen Sinn (1902â1940) zahlreiche antisemitische Propagandaschriften, darunter auch deutsche Ăbersetzungen der Protokolle der Weisen von Zion und der von Henry Ford unter dem Titel Der internationale Jude herausgegebenen ZeitschriftenaufsĂ€tze des Dearborn Independent.
In seinen zahlreichen eigenen Publikationen untersuchte Fritsch die angebliche âVerjudungâ der christlichen Religion, des Adels, des Landbesitzes, der Presse, der Richterschaft und diverser anderer Berufsgruppen. Seine radikalen Ansichten zur âJudenfrageâ brachten ihm Geld- und GefĂ€ngnisstrafen ein. Ăffentliches Aufsehen erregten vor allem die GotteslĂ€sterungsprozesse zwischen 1910 und 1913. Im Hammer und in seinen BĂŒchern Mein Beweis-Material gegen Jahwe (1911) und Der falsche Gott (1916) hatte Fritsch die sittliche Minderwertigkeit der jĂŒdischen Religion zu erweisen versucht. Der Centralverein deutscher StaatsbĂŒrger jĂŒdischen Glaubens (CV) zeigte ihn daraufhin wegen Beleidigung einer Religionsgemeinschaft und Störung der öffentlichen Ordnung an. In den ersten beiden Prozessen wurde Fritsch zu GefĂ€ngnisstrafen verurteilt, im dritten Prozess aufgrund eines umstrittenen theologischen Gutachtens Rudolf Kittels freigesprochen.
Fritsch widmete sich auch anderen Themenkomplexen wie z. B. der auch von der völkischen Bewegung popularisierten Gartenstadtidee, zu der er bereits durch sein 1896 erschienenes Buch Die Stadt der Zukunft beitrug, und der Mittelstandsfrage.
Politische AktivitÀten
Auch im parteipolitischen Bereich ist Theodor Fritschs Einfluss festzustellen. Er war 1886 MitbegrĂŒnder â neben Max Liebermann von Sonnenberg und Otto Böckel â der Deutschen Antisemitischen Vereinigung, aus der drei Jahre spĂ€ter die Deutschsoziale Partei hervorging. Fritsch gehörte dem Parteivorstand an und trat bei der Reichstagswahl 1890 im Wahlkreis Leipzig an, erhielt aber nur 8 Prozent der Stimmen. Im Vorfeld der Reichstagswahl 1893 war er in der Partei zunehmend isoliert und durfte nicht mehr fĂŒr diese kandidieren. Daraufhin legte er alle parteipolitischen Ămter nieder und wurde aus der Partei ausgeschlossen.cite-ref-lemo-3-3[3]
Ohnehin verfolgte Fritsch statt der Bildung separater Antisemitenparteien eher das Ziel, den Antisemitismus in allen Reichstagsfraktionen als âgemeinsamen Nennerâ zu verankern. SchlieĂlich sei âder Jude [âŠ] nicht nur ein Feind der konservativ Gesinnten, er schĂ€digt Jeden im Staate, auch den Liberalen und auch den Sozialdemokratischen Arbeiterâ.cite-ref-10[10] Er versuchte seine Weltanschauung folglich durch Vereine und VerbĂ€nde zu verbreiten, z. B. durch die SĂ€chsische Mittelstandsvereinigung, an deren GrĂŒndung (1905) und Leitung er maĂgeblich beteiligt war. Auch an der GrĂŒndung des Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes wirkte er 1911 als Ideengeber und Mitglied des GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Ausschussescite-ref-11[11] maĂgeblich mit. Dieser schloss sich 1913 mit Ă€hnlich gesinnten VerbĂ€nden zum Kartell der schaffenden StĂ€nde zusammen. Fritsch grĂŒndete 1912 den Reichshammerbund, der die Leser seiner Zeitschrift in Diskussionszirkeln zusammenfasste, gleichzeitig den Germanenorden als geheime Zwillingsorganisation. Mitglieder des Germanenordens grĂŒndeten 1918 die Thule-Gesellschaft fĂŒr wiederum öffentliche politische Treffen.cite-ref-12[12]
Im FrĂŒhjahr 1919 â nach Ende des Ersten Weltkriegs und GrĂŒndung der Weimarer Republik â gehörte Fritsch zu den Unterzeichnern des Aufrufes zur GrĂŒndung des Deutschen Schutz- und Trutzbundes.cite-ref-13[13] Dieser ging wenige Monate spĂ€ter ebenso wie der Reichshammerbund im Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund auf, in dessen Beirat Fritsch spĂ€ter saĂ.cite-ref-14[14] SpĂ€ter wurde er Mitglied in der Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP). Bei der Reichstagswahl Mai 1924 wurde Fritsch fĂŒr die Nationalsozialistische Freiheitspartei, einer gemeinsamen Liste der DVFP und der verbotenen NSDAP, in den Reichstag gewĂ€hlt und gehörte ihm bis zur nĂ€chsten Wahl im Dezember 1924 an. Ab 1925 gehörte er der Reichsleitung der DVFP-Nachfolgeorganisation Deutschvölkische Freiheitsbewegung (DVFB) an. Fritsch verlieĂ die DVFB im Februar 1927 im Zuge von Auseinandersetzungen um ein stĂ€rker an den Interessen der Arbeitnehmer ausgerichtetes Programm.cite-ref-15[15]
Angesichts der zunehmenden Bedeutung und AttraktivitĂ€t der NSDAP innerhalb der völkischen Rechten Ă€uĂerte sich Fritsch 1929 positiv gegenĂŒber dieser Partei und bezeichnete Hitler als âRetterâ Deutschlands. Dieser schrieb im Gegenzug nach dem Erfolg bei der Reichstagswahl 1930 an Fritsch, dessen Handbuch der Judenfrage er als âmaĂgeblich fĂŒr die antisemitische Bewegungâ hervorhob. Auch weitere fĂŒhrende Nationalsozialisten wie Heinrich Himmler, Joseph Goebbels, Julius Streicher und Dietrich Eckart beriefen sich auf das Handbuch und zitierten es oft. Fritsch gehört damit zu den geistigen Wegbereitern des Nationalsozialismus. AnlĂ€sslich der Reichstagswahl im November 1932 unterzeichnete Fritsch einen Aufruf zugunsten Hitlers.cite-ref-lemo-3-4[3]
Tod und Ehrung
Fritsch starb am 8. September 1933 im Alter von 80 Jahren nach einem Schlaganfall. Seine Beerdigung auf dem Friedhof in Oetzsch (Markkleeberg-Mitte) wurde zu einer GroĂversammlung der neuen Machthaber, die Fritsch als âAltmeisterâ der völkischen Bewegung verehrten. Ihr wohnten FĂŒhrer der sĂ€chsischen SA, der Gauleiter und Reichsstatthalter Martin Mutschmann, Reichsinnenminister Wilhelm Frick, der evangelische Landesbischof Friedrich Coch, der sĂ€chsische LandtagsprĂ€sident Walter Dönicke und der Leipziger OberbĂŒrgermeister Carl Goerdeler bei.cite-ref-16[16]
Nach Fritschs Tod wurde die damalige Lindenallee in Berlin-Zehlendorf (heute: Lindenthaler Allee) in Theodor-Fritsch-Allee umbenannt. In Ludwigshafen, NĂŒrnberg, Darmstadt, Leipzig, TĂŒbingen und Koblenz erhielten ebenfalls StraĂen seinen Namen. In Zehlendorf setzten die Nationalsozialisten Fritsch auf Initiative des BezirksbĂŒrgermeisters Walter Helfenstein 1935 auch ein Denkmal. Die Bronze-Plastik zeigte â angelehnt an den Siegfried-Mythos â einen nackten, muskulösen Mann, der mit einem Hammer (eine Bezugnahme auf Fritschs Verlag) ein drachenĂ€hnliches Wesen erschlĂ€gt. Dieses sollten offenbar âden Judenâ symbolisieren.cite-ref-17[17] Die Bronze wurde um 1942 aus KriegsgrĂŒnden eingeschmolzen.cite-ref-18[18]
Nietzsche
Im FrĂŒhjahr 1887 sandte Fritsch einige Nummern seiner Antisemitischen Correspondenz dem Philosophen Friedrich Nietzsche zu. Dieser schickte sie zurĂŒck und verspottete in einem Begleitbrief
âdieses abscheuliche Mitredenwollen noioser Dilettanten ĂŒber den Werth von Menschen und Rassen, diese Unterwerfung unter âAutoritĂ€tenâ, welche von jedem besonneneren Geiste mit kalter Verachtung abgelehnt werden (z. B. E. DĂŒhring, R. Wagner, Ebrard, Wahrmund, P. de Lagarde â wer von ihnen ist in Fragen der Moral und Historie der unberechtigtste, ungerechteste?), diese bestĂ€ndigen absurden FĂ€lschungen und Zurechtmachungen der vagen Begriffe âgermanischâ, âsemitischâ, âarischâ, âchristlichâ, âdeutschâ [âŠ]âcite-ref-19[19]
Privat notierte sich Nietzsche:
âNeulich hat ein Herr Theodor Fritsch aus Leipzig an mich geschrieben. Es giebt gar keine unverschĂ€mtere und stupidere Bande in Deutschland als diese Antisemiten. Ich habe ihm brieflich zum Danke einen ordentlichen FuĂtritt versetzt. Dies Gesindel wagt es, den Namen Z[arathustra in den Mund zu nehmen! Ekel! Ekel! Ekel!âcite-ref-20[20]
Publikationen
âą Antisemiten-Katechismus. Herrmann Beyer, 1887.
âą Handbuch der Judenfrage. Die wichtigsten Tatsachen zur Beurteilung des jĂŒdischen Volkes. 45. Auflage. 249. bis 255. Tausend. Hammer, Leipzig 1939.
âą Die Zionistischen Protokolle. Das Programm der internationalen Geheim-Regierung. Aus dem Englischen ĂŒbersetzt nach dem im Britischen Museum befindlichen Original, mit einem Vor- und Nachwort von Theodor Fritsch, Hammer-Verlag, Leipzig 13, Erscheinungsjahr 1924, DNB-Link
âą Leuchtkugeln, Alldeutsch-antisemitische KernsprĂŒche. ebd.
âą MiĂstĂ€nde in Handel und Gewerbe. ebd.
âą Der Sieg der Sozialdemokratie als Frucht des Kartells. ebd.
âą Verteidigungsschrift gegen die Anklage wegen groben Unfugs, verĂŒbt durch Verbreitung antisemitischer FlugblĂ€tter. ebd.
âą Wem kommt das Kartell zu gute. ebd.
⹠Zur Abwehr und AufklÀrung. ebd., 1891.
âą (Pseudonym Thomas Frey): Thatsachen zur Judenfrage, das ABC der Antisemiten. (mehrere Auflagen). ebd.
âą (Pseudonym Thomas Frey): Zur BekĂ€mpfung 2000jĂ€hriger IrrtĂŒmer. ebd.
⹠Das Abc der sozialen Frage. Fritsch, Leipzig 1892 (= Kleine AufklÀrungs-Schriften, Band 1).
⹠Die Juden in Russland, Polen, Ungarn usw. Fritsch, Leipzig 1892 (= Kleine AufklÀrungs-Schriften, Band 7).
⹠Statistik des Judenthums. Fritsch, Leipzig 1892 (= Kleine AufklÀrungs-Schriften, Band 10/11).
⹠Halb-Antisemiten. Ein Wort zur KlÀrung. Beyer, Leipzig 1893.
âą Zwei GrundĂŒbel: Boden-Wucher und Börse. Eine gemeinverstĂ€ndliche Darstellung des brennendsten Zeitfragen. Beyer, Leipzig 1894.
âą Die Stadt der Zukunft. Fritsch, Leipzig 1896.
âą Mein Beweis-Material gegen Jahwe. Hammer, Leipzig 1911.
âą (Pseudonym F. Roderich-Stoltheim): Die Juden im Handel und das Geheimnis ihres Erfolges. Zugleich ein Antwort und ErgĂ€nzung zu Sombarts Buch: âDie Juden und das Wirtschaftslebenâ. Hobbing, Steglitz 1913 (ab 1919 betitelt: Das RĂ€tsel des jĂŒdischen Erfolges.)
âą (Pseudonym: Ferdinand Roderich-Stoltheim): Anti-Rathenau. Hammer, Leipzig 1918 (= Hammer-Schriften, Band 15).
âą (Pseudonym F. Roderich-Stoltheim): Einsteinâs Truglehre. Allgemein-verstĂ€ndlich dargestellt und widerlegt. Hammer, Leipzig 1921 (= Hammer-Schriften, Band 29).
âą Die wahre Natur des Judentums. Hammer, Leipzig 1926.
âą (Pseudonym F. Roderich-Stoltheim): Der Kulturbund des Rassefriedens. in Sammelwerk Die Weltfront. Eine Sammlung von AufsĂ€tzen antisemitischer FĂŒhrer aller Völker. Hrsg. Hans Krebs, hier tituliert âMitglied der Prager Nationalversammlungâ und Otto Prager. Aussig 1926 online, Erweit. Auflage mit anderem Untertitel: âFolge 1.â Nibelungen, Berlin und Leipzig 1935 (mehr dieser âFolgeâ nicht ersch.) S. 5â8.
âą (als Th. Fritsch): Wie ist die Judenfrage zu lösen? In ebd. 1926, S. 33â43.
âą Die zionistischen Protokolle. Hrsg. v. Th. Fritsch (= Die Protokolle der Weisen von Zion), in 13. Aufl. 1933 inkriminiert am Berner Zionistenprozess.
Literatur
âą Elisabeth Albanis: Anleitung zum Hass: Theodor Fritschs antisemitisches Geschichtsbild. Vorbilder, Zusammensetzung und Verbreitung. In: Werner Bergmann/Ulrich Sieg (Hrsg.): Antisemitische Geschichtsbilder (= Antisemitismus: Geschichte und Strukturen, Band 5). Klartext Verlag, Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0114-8, S. 167â191.
âą Michael Bönisch: Die âHammerâ-Bewegung. In: Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht (Hrsg.): Handbuch zur âVölkischen Bewegungâ 1871â1918. Saur, MĂŒnchen u. a. 1996, S. 314â365.
âą Thomas GrĂ€fe: Der falsche Gott (Theodor Fritsch, 1916). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 6: Publikationen. De Gruyter, Berlin 2013, S. 193â196.
âą GĂŒnter Hartung: Vor-Planer des Holocaust. In: GĂŒnter Hartung: Deutschfaschistische Literatur und Ăsthetik. Leipziger UniversitĂ€tsverlag, Leipzig 2001, ISBN 3-934565-92-1, S. 61â73.
⹠Gerhard Henschel: Neidgeschrei. Antisemitismus und SexualitÀt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2008, ISBN 345509497X (Fritsch passim).
âą Andreas Herzog: Das schwĂ€rzeste Kapitel der Buchstadt vor 1933. Theodor Fritsch, der Altmeister der âBewegungâ, wirkte in Leipzig. In: Leipziger BlĂ€tter. Jahrgang 30, 1997, S. 56â59.
âą Andreas Herzog: Theodor Fritschs Zeitschrift âHammerâ und der Aufbau des âReichs-Hammerbundesâ als Instrument der antisemitischen völkischen Reformbewegung 1902â1914. In: Mark Lehmstedt und Andreas Herzog (Hrsg.): Das bewegte Buch. Buchwesen und soziale, nationale und kulturelle Bewegungen um 1900. Harrassowitz, Wiesbaden 1999, S. 153â182.
âą Thomas Irmer: Das âerste antisemitische Denkmal Deutschlandsâ. Zur Errichtung eines Denkmals fĂŒr Theodor Fritsch im kommunalen öffentlichen Raum in Berlin 1935â1943. In: Gideon Botsch, Christoph Kopke und Lars Rensmann Hrsg.: Politik des Hasses. Studien zu Antisemitismus und Rechtsextremismus. Georg Olms Verlag Hildesheim 2010, ISBN 978-3-487-14438-2.
âą Peter König, Hans Peter Buohler: [Art.] Fritsch, Theodor. In: Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraums. Begr. von Walther Killy, hrsg. von Wilhelm KĂŒhlmann (u. a.). Zweite, vollst. ĂŒberarb. Auflage. Band 4. Berlin und New York: de Gruyter 2009, ISBN 978-3-11-021389-8, S. 48.
âą Hannelore Noack: Unbelehrbar? AntijĂŒdische Agitation mit entstellten Talmudzitaten, antisemitische Aufwiegelung durch Verteufelung der Juden. University Press, Paderborn 2001 (Dissertation), S. 487ff.
⹠Thomas Nitschke: Die Gartenstadt Hellerau im SpannungsverhÀltnis zwischen weltoffener Reformsiedlung und nationalistisch gesinnter völkischer Gemeinde. Halle (Saale) 2007, DNB 988227517 (Dissertation. Martin-Luther-UniversitÀt, Halle, Fachbereich Geschichte, Philosophie, Sozialwissenschaften, 2007, 287 Seiten).
âą Thomas Nitschke: Die Geschichte der Gartenstadt Hellerau. Hellerau Verlag, Dresden 2009, ISBN 978-3-938122-17-4.
⹠Peter Pulzer: German antisemitism revisited. Archivio Guido Izzi, Roma 1999. (= Dialoghi/Facoltà di Lingue e Letterature Straniere, UniversitÀt Tuscia, Band 2) ISBN 88-85760-75-9
âą Daniel Sander: Völkischer Radikalismus. Theodor Fritsch und die Zeitschrift âHammerâ 1912â1919. (Magisterarbeit) LĂŒneburg 2003.
âą Dirk Schubert (Hrsg.): Die Gartenstadtidee zwischen reaktionĂ€rer Ideologie und pragmatischer Umsetzung. Theodor Fritschs völkische Version der Gartenstadt. Dortmunder Vertrieb fĂŒr Bau- und Planungsliteratur, Dortmund 2004. (= Dortmunder BeitrĂ€ge zur Raumplanung: Blaue Reihe, Band 117), ISBN 3-88211-147-X
âą Serge Tabary: Theodor Fritsch (1852â1933). Le âVieux MaĂźtreâ de lâantisemitisme allemand et la diffusion de lâidĂ©e âvölkischâ. Dissertation, Univ. de Strasbourg 1998.
âą Justus H. Ulbricht: Das völkische Verlagswesen im Deutschen Kaiserreich. In: Uwe Puschner, Walter Schmitz und Justus H. Ulbricht (Hrsg.): Handbuch zur âVölkischen Bewegungâ 1871â1918. Saur, MĂŒnchen u. a. 1996. S. 285â287.
âą RĂ©volution conservatrice et national-socialisme. QuatriĂšme colloque du Groupe d'Ă©tude de la ârĂ©volution conservatriceâ allemande. In: Revue dâAllemagne. Band 16, Strasbourg 1984, S. 321â555.
âą Christian Wiese: Jahwe â ein Gott nur fĂŒr Juden? (ĂŒber den âGotteslĂ€sterungsprozessâ 1910/11). In: Leonore Siegele-Wenschkewitz (Hrsg.): Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus. Theologische und kirchliche Programme Deutscher Christen. Haag und Herchen, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-86137-187-1.
âą Massimo Ferrari Zumbini: Die Wurzeln des Bösen. GrĂŒnderjahre des Antisemitismus. Von der Bismarckzeit zu Hitler. Klostermann, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-465-03222-5
Weblinks
âą Literatur von und ĂŒber Theodor Fritsch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Theodor Fritsch in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
âą Thomas GrĂ€fe: Antisemitismus in Deutschland 1815â1918. Bibliographie zur Antisemitismusforschung, Stand: Mai 2012 (PDF; 437 kB)
âą Peter Fasel: [1]
Einzelnachweise
cite-note-11. â In einem antisemitischen Sammelwerk von 1926 taucht er zweimal als Autor auf, mit Klarnamen und mit Pseudonym, siehe Lit.
cite-note-22. â Klaus Wand: Theodor Fritsch (â 1933), der vergessene Antisemit. In: Folker Siegert: Israel als GegenĂŒber â vom Alten Orient bis in die Gegenwart. Vandenhoeck & Ruprecht 2000, S. 458â488, hier S. 460.
cite-note-44. â Ein Vordenker der Judenhasser, Artikel vom 7. November 2013 von Peter Fasel auf Zeit Online
cite-note-55. â Barbara Hillen: Fritsch, Theodor Frohmund Herbert. In: Institut fĂŒr SĂ€chsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): SĂ€chsische Biografie (online), 9. Juni 2004.
cite-note-66. â Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Plöckinger, Roman Töppel (Hrsg.): Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition. Institut fĂŒr Zeitgeschichte MĂŒnchen â Berlin, MĂŒnchen 2016, Bd. 1, S. 718 f.
cite-note-77. â Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945 (= Die Zeit des Nationalsozialismus. Bd. 17153). VollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete Ausgabe. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-17153-8, S. 159.
cite-note-88. â Online. Bei dieser Wiedergabe handelt es sich um einen Auszug (bis S. 339) der 49. letzten Ausg. 1944 mit 604 S.; ferner auf versch. rechtsradikalen Websites. Inhaltsverzeichnis 1937: Vorwort - EinfĂŒhrung - Rassenkunde des jĂŒdischen Volkes - Geschichte des Judentums - Die jĂŒdische Lehre - JĂŒdische Kampforganisationen - Das Judentum in der deutschen Kulturgemeinschaft - Das Judentum im fremden und eigenen Urteil - Zur Geschichte des deutschen Antisemitismus (spĂ€ter: Antijudaismus) (Teile I und II von Johann von Leers, Teil III von H. Falck) - SchluĂwort - Namen- und Stichwortverzeichnis - Namenverzeichnis fĂŒr âDas Judentum im deutschen Schrifttumâ"
cite-note-99. â Mike Schmeitzner, Francesca Weil: Sachsen 1933â1945. Der historische ReisefĂŒhrer. Ch. Links Verlag, Berlin 2014, S. 60.
cite-note-1010. â Fritsch auf dem Antisemitischen KongreĂ 1885 in Kassel. Zitiert in: Klaus Wand: Theodor Fritsch (â 1933), der vergessene Antisemit. In: Folker Siegert: Israel als GegenĂŒber â vom Alten Orient bis in die Gegenwart. Vandenhoeck & Ruprecht 2000, S. 458â488, hier S. 479â480.
cite-note-1111. â Edgar Hartwig: Reichsdeutscher Mittelstandsverband (RMV). 1911â1920. In: Dieter Fricke u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Parteiengeschichte. Die bĂŒrgerlichen und kleinbĂŒrgerlichen Parteien und VerbĂ€nde in Deutschland (1789â1945). In vier BĂ€nden. Band 3. Bibliographisches Institut, Leipzig 1985, S. 657â662, hier S. 658.
cite-note-1212. â Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus. 3. Auflage, Marix Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-48-7, S. 114, 128
cite-note-1313. â Werner Jochmann: Nationalsozialismus und Revolution: Ursprung und Geschichte der NSDAP in Hamburg 1922â1933. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1963, S. 27.
cite-note-1414. â Uwe Lohalm: Völkischer Radikalismus. Die Geschichte des Deutschvölkischen Schutz- und Trutz-Bundes. 1919â1923. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, S. 98, ISBN 3-87473-000-X.
cite-note-1515. â Reimer Wulff: Die Deutschvölkische Freiheitspartei 1922â1928. Hochschulschrift, Marburg 1968, S. 151 unter Verweis auf einen Brief Fritschâ an Albrecht von Graefe, abgedruckt im Reichswart Nr. 8 vom 19. Februar 1927 (online).
cite-note-1616. â Andreas Herzog: Das schwĂ€rzeste Kapitel der Buchstadt vor 1933. Theodor Fritsch, der Altmeister der âBewegungâ, wirkte in Leipzig. In: Leipziger BlĂ€tter, Jahrgang 30 (1997), S. 56â59.
cite-note-1717. â Das âerste antisemitische Denkmal Deutschlandsâ, Artikel vom 11. November 2013 von Thomas Irmer auf tagesspiegel.de
cite-note-1818. â Thomas Irmer: Das âerste antisemitische Denkmal Deutschlandsâ. Zur Geschichte eins Denkmals fĂŒr Theodor Fritsch im kommunalen öffentlichen Raum Berlins 1935â1945. In: Gideon Botsch / Christoph Kopka / Lars Rensmann (Hrsg.): Politik des Hasses. Antisemitismus und radikale Rechte in Europa. Hildesheim 2010, S. 153â170.
cite-note-2020. â KSA 12, 7[67], S. 321.